Geschichte

Der Bären steht seit Generationen neben der Kirche von Sumiswald, als Landgasthof, Poststation und Treffpunkt des Dorfes. Hier finden Sie die Chronik des Hauses, kleine Kuriositäten und Einzigartiges, das Sie bei uns noch heute sehen können.

Historische Postkarte 'Bären Sumiswald' aus dem Archiv
Alte kolorierte Postkarte 'Hotel Bären, Sumiswald' mit handschriftlicher Widmung

Chronik

1434Dieses Jahr gilt als älteste Erwähnung des «Bären», bekannt aus Jeremias Gotthelfs Novelle «Die schwarze Spinne». Damals war der Bären eine Taverne.
1764Es wird vermutet, dass der heutige Unterbau des Bären auf dieses Jahr zurückgeht.
1808Brand des Bären und Beginn des Neubaus.
1829Neubau des sogenannten «Scheuerhauses» (Dependance).
1898Der Saal im zweiten Obergeschoss wird eingebaut. Gleichzeitig erhält der Bären ein steiles Krüppelwalmdach mit Quergiebel. Theatermaler Johann Kraus bemalt den Saal im Jugendstil.
1963Die Dependance wird verkauft.
1976Der Saal wird renoviert. Das Restauratoren-Ehepaar Ochsner aus Bern arbeitet über 1400 Stunden, um die Malereien wieder in voller Blüte erstrahlen zu lassen.
1988Der Bären wird geschlossen.
1990Eröffnung des «neuen», renovierten Bären.
1992Der Regierungsrat des Kantons Bern nimmt den Bären ins Inventar der geschützten Kulturdenkmäler auf.
1995Die Wirtefamilie Hiltbrunner erwirbt den Bären.
1997Die historische Trinkhalle wird renoviert.
2000Der «Rüeblibär», die moderne Metallskulptur von Housi Knecht, wird feierlich eingeweiht.
2001Der Bären erhält ein neues Wirtshausschild, gemacht vom Schmied Hans Hug aus Sumiswald.
2002Beginn der Bauarbeiten: Dachrenovation und Ausbau des Estrichs.
2003Einweihung des «Atico»-Saals im Dachstock.
2005Renovation der Zimmer im 3. Stock.
2006Die Terrasse wird erweitert, neu möbliert und erhält eine neue Beschattung.
2007Januar/Februar: An- und Ausbau der Küche.
Oktober: Einweihung der ehemaligen «Schrybstube», die nach der Renovation als «Burgerstube» mit den 67 Familienwappen der Sumiswalder Burger wieder eröffnet wird.
2010Umbau und Renovation des Buffets im Parterre.
2011April bis Mai: Renovation des Festsaals mit neuen Fenstern, Entfernung der alten Tapeten, Lasur des Holzwerks sowie neuen Vorhängen und Lampen.
2012Für unsere Gäste wird im ganzen Haus gratis Wireless-LAN eingerichtet.
2013In allen Zimmern werden neue Flachbildschirm-TV-Geräte montiert.
2014Renovation der Badezimmer mit neuen Glas-Duschwänden und Armaturen.
2015Neue Teppiche in den Zimmern und Gängen des 1. und 2. Stocks.
Renovation und Neugestaltung von Hoteleingang, Boden, Rezeption und Garderobe.
2016Renovation bzw. Neubau der WC-Anlage im Parterre und 1. Stock.
Renovation der Balkone im 1. und 2. Stock an der Fassade.
2020Neue, moderne «Wolken»-Leuchten werden im Bärenstübli montiert.
2021Einbau eines Turmofens im Festsaal.
2023Neugestaltung der oberen Terrasse mit Pollern, Möblierung, Beschattung und Begrünung.
2024Ersatz der Ölheizung mit Anschluss ans Fernwärmenetz Sumiswald, Erneuerung der Lüftung mit Wärmerückgewinnung.
Montage einer PV-Anlage auf dem rückwärtigen Trinkhallendach und im Garten.
Metallskulptur eines Bären mit Blumenschmuck davor
Wirtshausschild mit Bärenwappen und grünen Verzierungen vor blauem Himmel

Kuriosum

Gotthelf in Japanisch

Viele Reisende und Kaufleute aus aller Welt fanden im Bären Unterkunft. Aus jüngerer Zeit wird erzählt, dass sich im August 1966 ein japanischer Professor namens Tanaka von der Universität Tokio zusammen mit seiner Ehefrau für zwei Monate im Bären einmietete. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, Gotthelfs Werke in seine Sprache zu übersetzen. Dafür wollte er Land und Leute kennenlernen.

Ein Werk von Hodler

Der Bärensaal war immer ein Ort der Begegnung. Häufig fanden Gastspiele von Walter Roderer und Ruedi Walter statt. Aus jener oder früherer Theaterzeit lagen auf dem Estrich schwere, aufgerollte Kulissen. 1980 ging ein Brief an das Landesmuseum mit der Vermutung, dass es sich bei einem der Gemälde um einen echten «Hodler» handeln könnte. Das Rätsel ist bis heute nicht gelöst.

Vornehme Herrschaften

Ein alter Reiseführer berichtet: Das Pfarrdorf Sumiswald ist ein beliebter Treffpunkt für Reisende aus aller Welt. In elf Stunden von Luzern und in sechs Stunden von Bern erreicht man das Dorf bequem mit der Postkutsche. Der Bären beherbergte eine «Relaisstation». Vornehme Herrschaften, etwa Textilkaufleute aus England, stiegen gern im «dreisprachig» geführten Gasthof ab. In der kühlen Gartenlaube konnten sie sich ausruhen, während ihre Wertsachen im Tresorraum mit den dicken Mauern und der gepanzerten Türe gut aufgehoben waren.

Auf Kriegsfuss mit den Behörden

Kunstmaler Kraus aus Rüegsauschachen bemalte 1898 den Festsaal. Die Blumenranken, Vögel und Wappen sind typisch für die Jugendstilzeit. Weil er mit der Obrigkeit auf Kriegsfuss stand, malte er als kleine Teufelei das Sumiswalder Wappen seitenverkehrt auf. Es prangt noch heute über dem «Gigerläubli».

Historische Lithografie 'Hôtel de l'Ours Sumiswald' mit Pferdekutsche
Bärensaal im Landgasthof Bären Sumiswald mit bemalter Stuckdecke, Kronleuchtern und Flügel

Einzigartiges

Der Spinnentisch: Die schwarze Spinne

«Als in der Kirche und auf dem Kirchhof viele Tränen geflossen, viele Gebete geschehen waren, gingen alle aus der ganzen Talschaft, welche zur Begräbnis gekommen waren, und gekommen waren alle, die ihrer Glieder mächtig waren, zum üblichen Imbiss ins Wirtshaus. Da geschah es nun, dass wie üblich Weiber und Kinder an einem eigenen Tische sassen, die sämtliche erwachsene Mannschaft aber Platz hatte an dem berühmten Scheibentische, der jetzt noch im Bären Sumiswald zu sehen ist. Er ward aufbewahret zum Andenken, dass einst nur noch zwei Dutzend Männer waren, wo jetzt an zwei Tausende wohnen, zum Andenken, dass auch das Leben der Zweitausende in der Hand dessen stehe, der die zwei Dutzend gerettet hat.»

Jeremias Gotthelf

Die Miniaturen

Die Handwerker und Künstler von Sumiswald schufen 1821 zur Förderung ihrer Betriebe eine Art permanente Ausstellung ihrer Erzeugnisse in Miniaturausführung. In schmucken Glaskästen stellten sie diese im Bären den Reisenden aus Nah und Fern zur Schau. Die Miniaturen sind noch heute in der Ausstellungsvitrine der Spinnenstube zu bewundern.

Die Trinkhalle

Die Trinkhalle stammt aus der Zeit, als die Postkutschenverbindung Bern-Luzern durch Sumiswald führte. Die Bärenscheune mit den Pferdestallungen stand der Taverne Bären zu Diensten. Die Reisenden erholten sich hier bei kühlem Trunk. Feriengäste schätzten die Halle für einen gemütlichen Nachmittagshöck, fürs Kartenspiel oder, den Männern vorbehalten, für eine sportliche Kegelpartie. In der Trinkhalle wurde so mancher Handel geschlossen: auf der einen Seite die Marktgeschäfte der Männer, auf der anderen die «gefürchteten» Hochzeitsschmieden der Mütter.

Runder Holztisch mit Stuhlreihe
Holzvertäfelter Bankettraum im Bären Sumiswald mit Wand voller Gemeindewappen

Zu Besuch im Bären

Wer die Geschichte des Hauses sehen möchte, ist bei uns willkommen. Rufen Sie uns an unter +41 34 431 10 22 oder reservieren Sie einen Tisch.